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  • Interface- und Interaktionskonzept: Eingabe

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    Eine zentrale Frage bei der Interaktion mit dem Multitouch Lab Journal beschäftigt sich damit, wie Inhalte eingegeben (d.h. geschrieben oder generiert) werden können. Das Hard- und Softwarekonzept des MLJ sieht zu diesem Zweck einen speziellen Infrarot-LED-Stift vor, mit dem direkt auf die berührungsempfindliche Oberfläche geschrieben werden kann. Der folgende Artikel beschreibt, wie genau das funktioniert und wie das System den Nutzer bei der Eingabe intelligent unterstützt.

    Eingabe

    Das MLJ bietet zwar eine virtuelle Tastatur, ist aber für die Bedienung mit Stift und Hand optimiert. Das System unterstützt dabei den Aspekt, dass beim Schreiben meistens zwei Hände genutzt werden. Die bevorzugte Hand schreibt, die Andere verschiebt das Blatt. Bei der Eingabe mit dem Stift gilt deshalb der Grundsatz, dass mit dem Stift geschrieben und mit der Hand manipuliert wird, wie es auch Hinkley et al. vorschlagen (vgl. Stift- und Handbedienung von Multitouch-Systemen). Auf dem leeren Blatt werden Linien angezeigt. Sie regeln das Schriftbild und helfen dem Nutzer gerade zu schreiben. Weil ein IR-Stift unpräziser ist als sein analoges Gegenstück, haben die Linien einen Abstand von 8 mm. Bei Bedarf kann der Nutzer auch die Größe des Dokumentenfächers anpassen, wobei die Linien proportional mitskaliert werden. Gleiches gilt für das karierte Muster, welches, je nach Eingabemodus, vom System angezeigt wird.

    Schreib- und Zeichenmodi

    Zum Erstellen und Editieren von Dokumenten lassen sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten unterscheiden. In der realen Welt werden leere Blätter von Hand beschrieben. Jede Berührung des Stiftes auf dem Blatt hat dabei eine unmittelbare Auswirkung. Ein Dokument in dieser Weise zu erstellen ist einfach und direkt, macht das spätere Bearbeiten aber schwierig. In der digitalen Welt dagegen werden Dokumente am Computer angelegt und Texte mit der Tastatur eingegeben. Die Dokumente bestehen in der Regel aus verschiedenen Elementen, die leicht editiert werden können, z.B. um Schreibfehler zu korrigieren oder ein ansprechendes Layout zu gestalten. Die Eingabeart im MLJ kombiniert die Vorteile dieser beiden Möglichkeiten. Sie unterstützt die direkte Eingabe mit einem Stift und bietet dem Nutzer gleichzeitig Hilfestellung beim Eingeben und Editieren. Zu diesem Zweck gibt es im MLJ drei verschiedene Eingabe-Modi:

    • Schreiben,
    • Zeichnen,
    • Freihand.

    Der Schreibmodus ist standardmäßig aktiviert. Er dient zum Eingeben von Text, Zahlen und chemischen Summenformeln (z.B. H2SO4). Das System arbeitet mit einer leistungsfähigen Handschrifterkennung und wandelt die handgeschriebenen Texte des Nutzers in Computerschrift um. Darüberhinaus verfügt das System über eine intelligente Autovervollständigung. Basierend auf den ersten Buchstaben eines Wortes macht das System Vorschläge zu dem, was der Nutzer vermutlich schreiben will. Dieses Prinzip wird unter anderem auch bei der Eingabe von SMS auf Mobiltelefonen und bei Suchmaschinen im Internet verwendet. Ein Kontextmenü über dem geschriebenen Wort zeigt dem Nutzer die Vorschläge des Systems an. Durch einen einfachen Tip kann er diese bestätigen. Ignoriert er die Vorschläge und schreibt weiter, blendet sich die Kontextbox selbsständig wieder aus.
    Darüber hinaus kann das MLJ-System auch die Bedeutung von Abkürzungen und Symbolen lernen. Dafür muss der Nutzer in den Einstellungen einmalig die Abkürzungen oder Symbole sowie die dazugehörigen Bedeutungen eingeben. Ein kreisrunder Pfeil könnte z.B. für die Tätigkeit „Zentrifugieren“ stehen. Wie in der oben beschriebenen Autovervollständigung, macht das System einen Vorschlag und wandelt die Abkürzung oder das Symbol in das entsprechend ausgeschriebene Wort um. So wird unterstützt, dass der Nutzer eigene Abkürzungen verwenden kann, wie er dies häufig auch im handschriftlichen Laborbuch tut (vgl. Artifact Model).

    Das MLJ im Zeichenmodus und eingeklappter Seitenleiste

    Das MLJ im Zeichenmodus und eingeklappter Seitenleiste

    Sobald das System erkennt, dass der Nutzer keinen Text eingibt sondern z.B. eine Zeichnung oder Tabelle anfertigen will, wechselt es automatisch in den Zeichenmodus. In diesem Modus wir das erwähnte karierte Muster auf dem Blatt angezeigt und die Handschrifterkennung ist ausgeschaltet (vgl. Abbildung oben). Wenn der Nutzer nun eine Linie auf das Blatt zeichnet, wird diese automatisch begradigt. Gleiches gilt für geometrische Formen, wie z.B. Kreise oder Vielecke. Der Zeichenmodus enthält zwei weitere Modi zum Zeichnen von Tabellen und chemischen Strukturformeln. Das MLJ erkennt dabei bestimmte Muster, z.B. Linien, die sich überkreuzen und eine Tabelle bilden, und bietet hier ebenfalls eine Art Autovervollständigung an. Bei einer Tabelle werden beispielsweise die fehlenden Zellen und Spalten ergänzt. Für alle Vervollständigungsvorschläge des Systems gilt, dass der Nutzer sie bestätigen oder einfach ignorieren kann. » Mehr…

  • Interface- und Interaktionskonzept: Dokumentation

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    Im vorherigen Artikel zum Bereich “Versuche” wurde beschrieben, wie Versuche im MLJ visualisiert und verwaltet werden. In diesem Artikel wird nun beschrieben, wie die Dokumentation der einzelnen Versuche aussieht bzw. funktioniert.

    Versuchsdokument

    Versuchsdokument im Präsentationsmodus

    Versuchsdokument im Präsentationsmodus

    Das Versuchsdokument ist mit einem Ausschnitt aus einem Laborbuch vergleichbar. Es enthält Alles, was zu einem Versuch dokumentiert wurde. In der realen Welt entspricht dies meist 2-4 Seiten in einem Laborbuch. Das Versuchsdokument im MLJ ähnelt einem Blog, bei dem die Informationen auf einer einzigen langen Seite untereinander angeordent sind. Das Dokument ist beliebig verlängerbar und lässt sich mit zwei Fingern scrollen (vgl. Abbildung oben). Wichtig beim Versuchsdokument ist, dass es alle Inhalte geordnet und in Computerschrift darstellt. Im Präsentationsmodus kann es nicht editiert werden. Dazu ist der Wechsel in den Arbeitsmodus nötig.

    Präsentations- und Arbeitsmodus

    Wechsel vom Präsentations- in den Arbeitsmodus

    Wechsel vom Präsentations- in den Arbeitsmodus

    In der Nutzungskontextanalyse hat sich gezeigt, dass viele Wissenschaflter zwei Laborbücher führen: ein handschriftliches und ein digitales (vgl. Artifact Model). Neben der einfachen Handhabung von digitalen Daten hat dies einen weiteren Grund. Ein digitales Laborbuch bietet die Möglichkeit, die Inhalte sauber anzuordnen, optisch ansprechende Seiten zu gestalten, Texte auszuformulieren und Computerschrift zu verwenden. Alle diese Aspekte sind dann besonders wichtig, wenn das Laborbuch anderen Personen gezeigt wird. Aber auch für die eigene Nachvollziehbarkeit ist ein sauber geschriebener Fließtext gut. Diese Form der Dokumentation kostet allerdings sehr viel Zeit und findet erst nach dem Versuch statt. Ein handschriftliches Laborbuch enthält dagegen die eventuell unleserliche Handschrift des Schreibers sowie Fehler, Durchstreichungen und Ähnliches. Außerdem werden hier häufig Stichwörter, Abkürzungen und Symbole verwendet. Diese Form der Dokumentation spart zwar Zeit, ist aber schlechter nachvollziehbar und wird von einigen Wissenschaftlern als nicht vorzeigbar empfunden. Um dem beschriebenen Spannungsfeld zwischen Schnelligkeit und Sauberkeit gerecht zu werden, gibt es im MLJ zwei verschiedene Modi für Präsentation und Arbeit. » Mehr…

  • Interface- und Interaktionskonzept: Startbildschirm

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    Statusleiste

    Startbildschirm des MLJ

    Startbildschirm des MLJ

    Die obige Abbildung zeigt den Startbildschirm, den der Nutzer sieht, sobald er sich mit seinem Unternehmensausweis und seinem Passwort am System angemeldet hat. Im rechten oberen Bereich ist die Statusleiste zu sehen, welche immer sichtbar ist. Die Statusleiste zeigt den Namen des angemeldeten Nutzers, das Datum und die Uhrzeit an. Außerdem informiert die Leiste über eingehende Nachrichten (Brief-Icon) und behinhaltet die Schaltfläche zum Starten der Suche (Lupe-Icon). Die Suche stellt eine Art Universalsuche dar und erlaubt es, sowohl nach Geräten, Räumen, Materialien und Personen als auch nach Versuchsdokumenten zu suchen. Da gegebenenfalls viele Suchergebnisse gefunden werden, können diese z.B. nach Zeitraum, Schlagwörtern oder Personen gefiltert werden. Ganz rechts auf der Statusleiste befindet sich ein Button mit Ausschalt-Icon. Dieser versetzt das System in einen Ruhezustand, bei dem der Bildschirm abgedunkelt wird und die Oberfläche nicht auf Berührungen reagiert. » Mehr…

  • Interface- und Interaktionskonzept: Basics

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    Die letzten Wochen (und Monate) war es sehr still um das MLJ und unsere Bachelorarbeit. Das lag daran, dass zwei Publikationen im entstehen waren und wir unsere Arbeitsergebnisse nicht schon vorab veröffentlichen wollten. Inzwischen sind aber beide Publikationen erschienen und wir werden in der nächsten Zeit die Ergebnisse unserer BA auch in diesem Blog publizieren.

    Interface- und Interaktionskonzept

    Das Durchführen von Versuchen nimmt in der biochemischen Forschung eine zentrale Rolle ein. Viele der anderen Aufgaben eines solchen Wissenschaftlers hängen damit zusammen. Zum Beispiel muss er Reagenzien bestellen und Geräte reservieren, um einen Versuch durchführen zu können. Im Affinity Diagram finden sich alle diese Tätigkeiten unter dem Stichwort „Arbeit“ wieder. Die Systemstruktur des MLJ orientiert sich an diesen Zusammenhang und ist deshalb versuchszentriert aufgebaut. Das System gliedert sich in die fünf Bereiche:

    • Versuche,
    • Kommunikation,
    • Wissen,
    • Ressourcen und
    • Planung.

    Wichtig ist, dass die verschiedenen Bereiche des MLJ nicht einzelnen Ansichten entsprechen, die nur alleine angezeigt werden können. Vielmehr werden die genannten Bereiche in Ebenen dargestellt, die sich überlagern und zu jeder Zeit an jeder beliebigen Stelle aufgerufen werden können. Der Bereich „Versuche“ stellt dabei die unterste Ebene dar und kann mit einer Tischplatte verglichen werden. Auf dieser Tischplatte lassen sich die anderen Ebenen einblenden. Somit bilden die Versuche eines Wissenschaftlers die Basis für das System. Die unten stehende Abbildung visualisiert dieses Prinzip und gibt einen groben Überblick über die Systemstruktur des MLJ.

    Aufteilung des MLJ in Ebenen und Bereiche

    Aufteilung des MLJ in Ebenen und Bereiche

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  • Stift- und Handbedienung von Multitouch-Systemen

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    Hier ein weiterer Auszug aus unserer Bachelorarbeit, der sich mit Grundlagen zur Stift- und Handbedienung von Multitouch-Systemen beschäftigt.

    Bisher wurde Multitouch vor allem aus Sicht der Touch-Bedienung betrachtet. Hinckley, Yatani, Pahud, Coddington, Rodenhouse, Wilson, Benko und Buxton schreiben jedoch „[...] multi-touch is not the whole story. [...] The pen has a role to play as well“ (2010a, S. 537). Dabei gehen die Autoren nicht von einer reinen Stiftbedienung aus, sondern bevorzugen eine Kombination aus Hand- und Stiftbedienung. Sie argumentieren, dass Menschen in der Regel zwei Hände nutzen, um Aufgaben in der realen Welt auszuführen, und verweisen auf ein Experiment von Guiard (1987). Dieser demonstriert in einem Versuch, wie beim Schreiben unbewusst beide Hände verwendet werden. Während die bevorzugte Hand relativ zum Tisch nahezu immer an der gleichen Stelle schreibt, verschiebt die nicht-bevorzugte Hand kontinuierlich das Blatt. Der linke Teil der unteren Abbildung zeigt das beschriebene Blatt aus Guiards Experiment. Im rechten Teil ist der Druchdruck zu sehen, der mit Kohlepapier erzeugt wurde, was am Tisch fixiert war.

    Experiment von Guiard zur Arbeitsteilung zwischen Händen beim Schreiben

    Experiment von Guiard zur Arbeitsteilung zwischen Händen beim Schreiben

    Dieses Prinzip der Arbeitsteilung zwischen den Händen kann auch auf die Interaktion mit einem Multitouch-System übertragen werden, indem eine multimodale Eingabe mit Stift und Hand ermöglicht wird. Daraus ergibt sich allerdings das Problem, dass zwischen Befehlsmodus (command mode) und Schreibmodus (ink mode) unterschieden werden muss. Der Befehlsmodus dient zum Bedienen des Systems, d.h. zum Ausführen von Funktionen, während im Schreibmodus alle Eingaben als „Tinte“ (ink) erkannt werden. Hinckley et al. schlagen folgendes Prinzip vor: „the pen writes, and touch manipulates“ (2010a, S. 539). Die Umschaltung zwischen den beiden Modi geschieht implizit durch die Verwendung der Hand (Befehlsmodus) oder des Stiftes (Schreibmodus). Li, Hinckley, Guan und Landay vergleichen in ihrer Studie die Effizienz von verschiedenen Techniken für die Umschaltung zwischen diesen Modi (2005). Die Autoren kommen zum folgenden Schluss: „[...]pressing a button with the non-preferred hand offers the fastest performance [...]“ (Li et al., 2010, S. 1).

    Hinckley et al. gehen noch einen Schritt weiter und untersuchen, wie durch die Kombination aus Stift und Hand neue Werkzeuge geschaffen werden können. Die dadurch entstehende Interaktion demonstrieren sie eindrucksvoll in einem Video (siehe unten) und kommen zum Schluss: „the combination of pen+touch input yields new tools“ (2010a, S. 540). Dabei erwähnen die Autoren aber auch, dass es noch ungelöste Probleme gibt und weitere Untersuchungen zu diesem Thema nötig sind. » Mehr…

  • Klassifizierung von Gesten für HCI

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    Seit über einem Monat gab es auf unserem Blog keinen neuen Eintrag mehr. Das lag daran, dass wir intenstiv an unserer Bachelorarbeit gearbeitet haben, die nun abgeschlossen ist. In nächster Zeit wollen wir nach und nach ein paar ausgewählte Teile unserer Arbeit veröffentlichen. Los geht es mit ein paar wichtigen Grundlagen zum Interface- und Interaktiondesign für Touchscreens.

    Klassifizierung von Gesten

    Gesten sind ein bedeutender Aspekt bei der Interaktionsgestaltung für Multitouch-Systeme. Für den HCI-Bereich entwickelten Pavlovic, Sharma und Huang (1997, S. 5-7) eine Klassifizierung von Gesten auf Basis der Arbeit von Quek. Nach diesem Modell werden Hand- und Armbewegungen in unbeabsichtigte Bewegungen sowie (beabsichtigte) Gesten unterteilt. Eine Unterscheidung im Bereich der Gesten trennt manipulative und kommunikative Gesten voneinander. Weitere Überlegungen von Pavlovic et al. beziehen sich auf den kommunikativen Aspekt von Gesten. Für das Interaktionsdesign im Hinblick auf Multitouch-Bildschirme sind diese jedoch weniger wichtig.

    Klassifizierung von Gesten für HCI nach Pavlovic et al.

    Klassifizierung von Gesten für HCI nach Pavlovic et al.

    Rahimi und Vogt (2008, S. 48-50) erweitern daher obiges Modell um drei Kategorien zur Manipulation von Objekten: Bewegungsverfolgung, kontinuierliche Gesten und symbolisch-manipulative Gesten. Gesten in der Kategorie Bewegungsverfolgung sind entsprechenden Gesten in der realen Welt sehr nahe. Die Bewegungsverfolgung zeichnet sich durch direkten Einfluss auf Position und Ausrichtung eines Objektes sowie durch unmittelbares Feedback aus. Rahimi und Vogt nennen Verschieben und Rotieren als Beispiele hierfür. Kontinuierliche Gesten haben keine direkte Entsprechung in der realen Welt, lassen sich aber von dort ableiten. Das Vergrößern und Verkleinern eines Bildes mit zwei Fingern gehört in diese Kategorie. Symbolisch-manipulative Gesten dagegen sind abstrakt und mit einem gewissen Lernaufwand verbunden. Sie haben keine Entsprechung in der physikalischen Welt, bieten aber zahlreiche Möglichkeiten für die Interaktion mit einem Multitouch-System. Der sogenannte „Flip“ (dt. umblättern, umdrehen, schnipsen) ist ein Beispiel für eine solche Geste. Dabei wird mit einem Finger z.B. über ein CD-Cover gestrichen, damit dieses sich dreht und die CD-Titel auf der Rückseite anzeigt. » Mehr…

  • Microsoft Surface 2.0 und Windows 7 Handschrifterkennung

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    Währrend der Ausarbeitung unseres Konzeptes sind wir auf zwei (weitere) interessante Videos gestoßen:

    Im ersten Video demonstriert Microsoft die zweite Generation des Surface-Tisches auf der CES 2011. Das Gerät beeindruckt vor Allem durch seine flache Form ohne Unterbau und die Pixel Sense-Technologie. Mit ihrer Hilfe können Berührungen und Gesten pixelgenau erkannt werden, weil in jedem  Bildpunkt des Displays Infrarotsensoren sitzen.

    Das zweite Video zeigt die Multitouch-Funktionalitäten von Windows 7 auf einem Tablet-PC. Spannend ist dabei die wirklich gute Handschriftenerkennung, (ab Min. 6:00) sowie die Bedienung mit Finger+Stift.

  • Inspiration aus dem Web

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    Für die Phase der Konzeption und Gestaltung kann ein wenig Inspiration nie schaden. Hier ein paar ausgewählte Videos zum Thema Interaktions-/Interfacedesign:

  • Visions Szenario

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    Für die Konzeption und Gestaltung des konkreten Systems (Multitouch Lab Journal, kurz MLJ) nutzen wir ein Szenario, angelehnt an Rosson und Carroll’s Scenario Based Development-Prozess. Das (recht ausführliche) Szenario ist eine narrative Geschichte, die beschreibt, wie unsere Persona bei einem bestimmten Arbeitsablauf mit dem MLJ System interagiert.

    Vision für das Multitouch Lab Journal (Viabilitäts-Assay)

    Susanne Dreher ist 28 jährige Doktorandin am Institut für Immunologie an der Universität Heidelberg. Zusammen mit ihrer Arbeitsgruppe forscht sie dort an einer Methode zur Früherkennung von Krebszellen. In der bisherigen Arbeit auf dem Gebiet der Krebsforschung ist ein bestimmter Stoff gefunden worden, der das Zellwachstum bei bestimmten Tumorzellen hemmen soll. Susanne hat davon erfahren und möchte diesen Stoff  in einem Viabilitäts-Assay auch an ihrer eigenen Zelllinie testen. Die Wissenschaftlerin hat vor, eine bestimmte Menge an Zellen in neue Zellkulturen auszusäen um dann verschiedene Konzentrationen dieses Stoffes dazuzugeben. Außerdem will sie auch eine Zellkultur anlegen, die nicht mit dem Stoff behandelt wird um diese Negativkontrolle später mit den anderen Zellkulturen vergleichen zu können. Alle Zellen sollen dann über mehrere Tage wachsen. Danach möchte die Biologin die Zellen ansehen und durch Zellzahlbestimmung eine Aussage darüber treffen, ob dieser Stoff auch auf ihre Zelllinie wachstumshemmend wirkt und welche Konzentrationen des Stoffes dafür nötig sind.

    Auf Basis ihrer Recherche überlegt Susanne sich, welche Konzentrationen sie testen möchte, wie viele Zellen sie benötigt und wie oft sie eine bestimmte Konzentration testen will. Dafür legt Susanne einen neuen Versuch im MLJ-System an. Es erscheint ein leeres Dokument. Im ersten Teil beschreibt die Biologin kurz ein paar Hintergrundinfos zum Versuch sowie die Forschungsfrage. Dann verknüpft sie die Paper, die sie in der Recherche gelesen hat mit dem Dokument. Mit dieser Verknüpfung können Susanne und Andere später leicht nachvollziehen, wie es zu diesem Versuch kam und auf welcher Idee er beruht.

    Danach erstellt die Biologin einen neuen Bereich im Dokument und fügt eine Tabelle ein. Darin trägt sie Details zu Zellzahlen und Konzentrationen der zwölf verschiedenen Proben ein. Dies dient ihr als Übersicht. Für den Versuch wird sie eine bestimmte Menge an Zellen aussäen müssen. Susanne muss so etwas häufiger machen und hat sich deshalb bereits vor einiger Zeit dafür eine Vorlage erstellt, die alle Arbeitsschritte umfasst. Diese überträgt sie ganz einfach in das neue Dokument und passt die Vorlage an ihren geplanten Versuch an. Sie hat es dabei mit einer Art Checkliste zu tun, welche die einzelnen Arbeitsschritte genau beschreibt. Alle Daten werden zentral auf einem Server gespeichert, deshalb hat die Biologin überall Zugriff darauf, egal ob im Labor, im Büro oder Unterwegs.

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  • Arbeitsmodelle Teil 2

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    Artifact Model (Gegenstands-Modell)

    Artefakte sind Gegenstände die Menschen nutzen oder herstellen um eine Arbeit zu verrichten. Sie sind eine Art Werkzeug und zeigen die Konzepte, Strategien und Strukturen des Nutzers bei seiner Arbeit. Artefakte machen so die Gedankengänge einer Person bei der Arbeit sichtbar. Konkret besteht das Artifact Model aus einer Kopie (oder einer Zeichnung oder einem Foto) eines Arbeitsgegenstands mit handschriftlichen Anmerkungen. Das Modell zeigt die einzelnen Bestandteile eines Artefakts und beschreibt, welche Funktion diese haben. Zu diesem Zweck werden alle wichtigen Elemente beschriftet und mit kurzen Erklärungen versehen.

    Laborbuch Artefakt

    Laborbuch Artefakt

    Das wichtigste Artefakt bei der Kontextanalyse zur Nutzung des Laborbuchs ist das Laborbuch selbst. Zweck, Inhalt und Nutzung eines Laborbuchs wurden bereits beschrieben. Durch die Untersuchung von mehreren solcher Bücher konnten darüber hinaus noch weitere Erkenntnisse gewonnen werden. Diese beziehen sich stark auf die Nutzung des Laborbuchs in der Praxis. Die Abbildung zeigt exemplarisch das Foto eines Laborbuchs, wie es typischerweise in einem biochemischen Labor zu finden ist. Die wichtigen Elemente sind gemäß dem Artifact Model beschriftet.

    In der Analyse hat sich gezeigt, dass Laborbücher sehr stark die Persönlichkeit des Wissenschaftlers widerspiegeln, der es führt. Manche Laborbücher werden sehr gewissenhaft und zeitnah befüllt, andere nur spärlich und zeitlich versetzt. Grundsätzlich gliedern sich Laborbucheinträge in theoretische Planung, tatsächliche Durchführung und Ergebnis eines Versuchs. Die einzelnen Abschnitte sind dabei unterschiedlich ausführlich. Während die Planung meist in einem Fließtext beschrieben wird, notieren viele Wissenschaftler die Durchführung in einfachen Stichworten. Häufig sind die Einträge zudem mit Hinweisen auf Klebezetteln versehen und wichtige Elemente wie z.B. Überschriften werden farblich markiert (vgl. Abb). Auch Zeichnungen, Icons und Smileys sind in Laborbüchern zu finden.

    Des Weiteren hat die Nutzungskontext Analyse ergeben, dass in der Praxis viele Forscher zwei Laborbücher führen: ein Digitales und ein Manuelles. Die digitale Version besteht dabei aus einer Sammlung von Dateien auf dem Computer des Wissenschaftlers. Diese werden dann ausgedruckt, in das manuelle Laborbuch geklebt und während der Durchführung des Versuchs mit handschriftlichen Notizen ergänzt.

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