• Fazit, Ausblick und Aktuelles

    Fazit

    In unserer Bachelorarbeit und diesem dazugehörigen Blog wurden die Konzeption und Gestaltung des Multitouch Lab Journal vorgestellt. Dabei zog sich ein nutzerzentrierter und ganzheitlicher Ansatz durch den kompletten Entwicklungsprozess. Eine ausführliche Nutzungskontextanalyse war die Basis dafür.
    Während der Analyse hat sich gezeigt, dass die Arbeit mit dem Laborbuch vielschichtiger und komplexer ist als ursprünglich angenommen. Es wurde deutlich, dass das Umfeld und die Persönlichkeit eines Wissenschaflters in hohem Maße dessen Arbeit und die Nutzung seines Laborbuches prägen. Es hat sich außerdem gezeigt, dass der Nutzen eines Laborbuches über die reine Dokumentation von Versuchen hinausgeht. Das Buch ist Teil eines größeren wissenschaftlichen Ökosystems, welches aus dem Zusammenspiel von Forschungsarbeit und dem Wunsch, diese zu publizieren, besteht.
    Durch die Analyse konnten zahlreiche Chancen beleuchtet werden, wie ein Multitouch-System die ganze Bandbreite der Forschertätigkeiten im biochemischen Labor unterstützen kann. Das konzpierte Multitouch Lab Journal geht daher über die Funktionen eines traditionellen Laborbuches hinaus. Durch die ganzheitliche Integration in den Arbeitskontext bietet es dem Nutzer eine große Hilfestellung in seiner täglichen Arbeit.

    Ausblick

    An dieser Stelle soll angemerkt werden, dass bei dem Konzept, welches hier vorgestellt wurde, nur ein Teil der Möglichkeiten eines solchen Systems enthalten sind. Es könnte noch durch zahlreiche weitere Funktionen ergänzt werden. Im Kontext des hybriden Labors wäre es z.B. denkbar, dass die Steuerung von Geräten und Robotersystemen im Labor ebenfalls über das MLJ durchgeführt wird.

    Auch die Soft- und Hardwarearchitektur des Systems konnten in den vergangenen Kapiteln nur kurz beschrieben werden. Das Konzept lässt aber die Möglichkeit offen, die Anwendung auf weitere Geräte und Interaktionsformen auszuweiten. Dadurch könnten die stärken eines intelligenten und vernetzten Systems voll ausgenutzt werden, weil z.B. mobile Geräte mehr Flexibilität ermöglichen als stationäre. Hierfür müssten gerätespezifische Benutzeroberflächen für das MLJ entwickelt werden.

    Am Ende unserer Bachelorarbeit müssen auch die technischen Herausforderungen erwähnt werden, die eine Implementierung des Multitouch Lab Journal, oder eines ähnlichen Systems, mit sich bringen würde. Obwohl bei Konzeption und Gestaltung auf die Realisierbarkeit geachtet wurde, gibt es mehrere technische Probleme, die bisher noch nicht komplett gelöst werden konnten. Insbesondere ist hier die Handschrifterkennung zu nennen. Sie spielt eine wichtige Rolle im MLJ und wäre für den Erfolg eines solchen Systems von großer Bedeutung. Weiter gehören auch Themen wie die beweissichere Speicherung von Daten oder die Kommunikation zwischen Laborgeräten und einem Computersystem zu den Herausforderungen bei einer Implementierung. Zu allen erwähnten Aspekten gibt es aber bereits heute vielverspechende Lösungsansätze und so kann davon ausgegangen werden, dass der technische Fortschritt in einigen Jahren zur Lösung der genannten Probleme führen wird.

    Dann steht der Vision von einem Multitouch Lab Journal mit all seinem revolutionären Potential für die Arbeit in biochemischen Forschungslaboren nichts mehr im Wege.

     

    Aktuelles

    Obwohl die Beiträge in diesem Blog erst in den letzten Wochen und Monaten publiziert wurden, waren wir bereits im Februar 2011 mit unserer Bachelorarbeit fertig. Inzwischen wurden unsere Vorschläge und Entwürfe für das MLJ einem Usability-Test unterzogen und weiter ausgearbeitet. Das Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung hat zudem damit begonnen einen Protoypen des Systems zu entwickeln. Die Vision eines Multitouch Lab Journal, was forschende Biochemiker ganzheitlich in ihrer Arbeit unterstützt, könnte also in naher Zukunft Realität werden!

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