• Arbeitsmodelle Teil 2

    Artifact Model (Gegenstands-Modell)

    Artefakte sind Gegenstände die Menschen nutzen oder herstellen um eine Arbeit zu verrichten. Sie sind eine Art Werkzeug und zeigen die Konzepte, Strategien und Strukturen des Nutzers bei seiner Arbeit. Artefakte machen so die Gedankengänge einer Person bei der Arbeit sichtbar. Konkret besteht das Artifact Model aus einer Kopie (oder einer Zeichnung oder einem Foto) eines Arbeitsgegenstands mit handschriftlichen Anmerkungen. Das Modell zeigt die einzelnen Bestandteile eines Artefakts und beschreibt, welche Funktion diese haben. Zu diesem Zweck werden alle wichtigen Elemente beschriftet und mit kurzen Erklärungen versehen.

    Laborbuch Artefakt

    Laborbuch Artefakt

    Das wichtigste Artefakt bei der Kontextanalyse zur Nutzung des Laborbuchs ist das Laborbuch selbst. Zweck, Inhalt und Nutzung eines Laborbuchs wurden bereits beschrieben. Durch die Untersuchung von mehreren solcher Bücher konnten darüber hinaus noch weitere Erkenntnisse gewonnen werden. Diese beziehen sich stark auf die Nutzung des Laborbuchs in der Praxis. Die Abbildung zeigt exemplarisch das Foto eines Laborbuchs, wie es typischerweise in einem biochemischen Labor zu finden ist. Die wichtigen Elemente sind gemäß dem Artifact Model beschriftet.

    In der Analyse hat sich gezeigt, dass Laborbücher sehr stark die Persönlichkeit des Wissenschaftlers widerspiegeln, der es führt. Manche Laborbücher werden sehr gewissenhaft und zeitnah befüllt, andere nur spärlich und zeitlich versetzt. Grundsätzlich gliedern sich Laborbucheinträge in theoretische Planung, tatsächliche Durchführung und Ergebnis eines Versuchs. Die einzelnen Abschnitte sind dabei unterschiedlich ausführlich. Während die Planung meist in einem Fließtext beschrieben wird, notieren viele Wissenschaftler die Durchführung in einfachen Stichworten. Häufig sind die Einträge zudem mit Hinweisen auf Klebezetteln versehen und wichtige Elemente wie z.B. Überschriften werden farblich markiert (vgl. Abb). Auch Zeichnungen, Icons und Smileys sind in Laborbüchern zu finden.

    Des Weiteren hat die Nutzungskontext Analyse ergeben, dass in der Praxis viele Forscher zwei Laborbücher führen: ein Digitales und ein Manuelles. Die digitale Version besteht dabei aus einer Sammlung von Dateien auf dem Computer des Wissenschaftlers. Diese werden dann ausgedruckt, in das manuelle Laborbuch geklebt und während der Durchführung des Versuchs mit handschriftlichen Notizen ergänzt.

    Physical Model (Umgebungs-Modell)

    Das Physical Model zeigt die physikalische Umgebung, in der Menschen arbeiten. Dies beinhaltet den Arbeitsplatz selbst, die Einbettung des Arbeitsplatzes in die Umgebung, sowie alle anderen Plätze, die für die Arbeit wichtig sind. Außerdem zeigt das Modell, wie sich Menschen in ihrer Umgebung bewegen und wie diese ihre Arbeit beeinflusst. Je nach Situation kann das Physical Model in verschiedenen Detailgraden erstellt werden. Wichtig sind dabei diejenigen Gegenstände und Plätze, die mit der Arbeit des Nutzers zu tun haben.

    Physical Model eines Labors

    Physical Model eines Labors

    Im Rahmen dieser Arbeit wurden mehrere Labore im Biochemischen Bereich untersucht. Die Abbildung zeigt das Physical Model eines solchen „typischen“ Labors. Es ist allerdings anzumerken, dass Labore je nach Arbeit und Institution sehr unterschiedlich aussehen können. Zudem gelten verschiedene Sicherheitsstufen, je nach dem, mit welchen (Gefahren-)Stoffen gearbeitet wird. Die Deutsche Biostoffverordnung definiert vier Schutzstufen für die Arbeit mit biologischen Arbeitsstoffen (Bundesministerium der Justiz, 2008). Diese Schutzstufen haben großen Einfluss auf die Laborumgebung, sowie auf die Tätigkeiten im Labor.

    Nichtsdestotrotz gibt es auch einige Gemeinsamkeiten. Die Abbildung zeigt zum Beispiel Geräte wie den Inkubator und das Mikroskop, die in jedem Labor zu finden sind. Dabei lässt sich erkennen, dass es zahlreiche solche Geräte gibt und, dass oft Platzmangel im Labor herrscht. Zentraler Arbeitsbereich für die Wissenschaftler ist die Arbeitsplatte, die auch als „Bench“ bezeichnet wird. Hier stehen häufig kleinere Geräte und zahlreiche Arbeitsmaterialien. Zu den Bedingungen im Labor ist außerdem noch zu erwähnen, dass oft schlechte Lichtverhältnisse und eine erhöhte Lärmbelastung in Laboren vorherrschen.

    Die Arbeit eines Forschers im biochemischen Bereich findet allerdings nicht nur im Labor statt. Einen Großteil der Arbeit verbringen die Wissenschaftler auch im Büro. Dieses ist meist räumlich vom Labor getrennt und enthält typischerweise einen Schreibtisch mit PC. Teambesprechungen finden außerdem in gesonderten Räumen statt, die für Besprechungen eingerichtet sind. Da diese beiden Räume aber nicht direkt mit dem Multitouch Lab Journal zusammen hängen, wurden sie nicht näher untersucht.

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